Übers Tragen
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Die 5 Checkpunkte des Babytragens:
Auf was müssen wir achten, wenn wir das Kind einbinden respektive eingebunden haben? Hier führe ich euch noch die 5 Checkpunkte auf, welche wir bei jeder Trageberatung zusammen besprechen inklusive ein wenig Hintergrundinfos.
1) Freie Atemwege und Stützung des Kopfes :
-Im Schlaf
- Bei Baby ohne ausreichende Kopfkontrolle
2) Stützung des Rückens
-Symmetrisch aufgerichtete Wirbelsäule
- Satt festgezogen, keine Falten, kein Zusammensacken
-Ausreichend seitlicher Halt
-Volles Atemvolumen
Der Kopf muss gestützt sein, aber nicht fixiert. Atemwege sind frei, das Gesicht sichtbar. Rollt der Kopf ein, ist die Luftzufuhr nicht mehr gewährleistet.
Die symmetrische aufrechte Position des Kindes wird unterstützt, Bandscheiben werden gleichmässig belastet. Bandscheiben, die elastischen Puffer der Wirbelsäule, können nur bei aufrechter Haltung ihre Stossdämpferfunktion wahrnehmen. Je jünger ein Kind desto wichtiger ist ein gut gestützter Rücken.
3 ) Anhock-Spreiz-Haltung und entspannte Haltung des Beckens
-Entwicklungsgerechte Aufrichtung des Beckens
-Spreizung möglichst wenig über 90 und Anhockung mind. 90 Grad.
Die bei der Geburt noch grösstenteils knorpeligen Strukturen der Hüftgelenkpfanne und des Hüftkopfes werden allmählich durch Knochensubstanz ersetzt, sie reifen erst zwischen dem dritten und neunten Monat gleichmässig heran. Des Weiteren fördert ein zentrierter gleichmässiger Druck vom Oberschenkelknochen in den gelenkigen Teil der Hüftgelenkpfanne die Verknöcherung. Eine korrekte Anhock-Spreiz-Haltung ist daher in dieser Zeit für eine gesunde Entwicklung wichtig.
4) Stützung von Kniekehle zu Kniekehle
-Frei bewegliche Unterschenkel
-Gleichmässige Stützung des ganzen Oberschenkel bis ca. 1 cm vor Kniekehle.
5) Bequemlichkeit
-Für die Trageperson -Für das Kind
Liegt die Trägerfläche auf der Schulter? Ist der Verlauf der Träger/Stränge nicht zu nah am Hals? Passt der Bauchgurt und ist bequem? Entspricht die Trageweise der Trageperson? Hat die Trageperson eine aufrechte Haltung?
Test:
Hat die Trageperson beide Hände frei? Nimmt die Trageperson eine Ausgleichshaltung ein?
Nach vorne lehnen. Bleibt der Oberkörper des Kindes am Körper der Trageperson? Das Kind schläft ein. Ist es noch gut gestützt? Bitte nachstraffen und gegeben falls den Kopf stützen.
Tragebekleidung:
Das Thema Tragebekleidung kommt praktisch bei jeder Trageberatung früher oder später auf. Daher möchte ich euch hier die wichtigsten Punkte aufführen:
- Das Kind sollte unter einer Tragejacke getragen werden, bis es von sich aus sagen kann, ob es zu warm oder zu kalt hat.
- Das Tragetuch oder Tragehilfe entspricht 1 Schicht Kleidung.
- Die altbewährte Zwiebeltechnik zum Ankleiden kann auch hier beim Tragen genutzt werden.
- Bitte beachtet, dass euer Kind nicht den Kopf auf eure nackte Haut legt während dem Tragen. Der Schweiss von Erwachsenen ist eher aggressiv und könnte dadurch beim Neugeborenen einen Ausschlag auslösen. Ein "Nuscheli" unterlegen reicht schon völlig aus.
Tragejacken begegnen euch in vielen Varianten: von Softshelljacken, die – ausser im Hochsommer – nahezu ganzjährig genutzt werden können, über Wintermäntel bis hin zu Wickeljacken, Tragehoodies oder hübschen Wolltragepullovern. Auch Regenjacken dürfen dabei nicht fehlen.
Wichtig ist herauszufinden, welche Tragejacke am besten zum Tragepaar passt und welche Anschaffungen wirklich notwendig sind. Erwähnenswert ist zudem der grosse Secondhandmarkt. Achtet bei einer Neuanschaffung darauf, dass ihr das Kind auch auf dem Rücken tragen könnt.
Gerade bei Kälte sollte man nicht vergessen, dass trotz guter Tragejacke von unten kalte Luft an die Füsse gelangen kann. Haltet die Füsschen daher stets warm – zum Beispiel mit Wollfinkli. Auch eine passende Kopfbedeckung sollte immer gewährleistet sein.
Die nächste Frage lautet dann: „Was tragen wir darunter?“ Eine allgemeingültige Lösung gibt es auch hier nicht. Sehr beliebt im Winter ist Wollkleidung: Sie hält warm, reguliert die Temperatur und trocknet schnell. In den gängigen Trageshops wie auch bei kleinen Labels findet ihr Wolle/Seide-, Wolle/Bambus- oder Merinowoll-Bodies sowie passende Höschen, Einteiler, Pullover und Shirts.
Wollfleece- und Wollwalkoveralls sind unter einer guten Tragejacke meist überflüssig – dennoch kommt es immer auf die Situation und die Temperaturen an. Ein Wollwalkoverall ist bei einem Tragling, der noch nicht krabbelt, nicht notwendig; ein Wollfleeceoverall reicht hier völlig aus. Wollwalk ist eher für Kinder geeignet, die bereits unterwegs sind.
Bitte beachtet die Waschanleitungen der Produkte. Wolle ist selbstreinigend und kann ausgelüftet oder zusätzlich ausgebürstet werden. Müssen Kleidungsstücke – insbesondere Bodies – gewaschen werden, wählt unbedingt das Wollprogramm und verwendet passendes Waschmittel. Andernfalls können die Kleidungstücke einlaufen, ihre Elastizität verlieren oder sogenanntes Pilling entwickeln.
Wolle/Seide, Wolle/Bambus und Wolle/Tencel können das ganze Jahr über getragen werden. Im Sommer fühlen sich jedoch nicht alle Kinder damit wohl. Für diese eignet sich Bambusviskose hervorragend: Sie wirkt kühlend, temperaturausgleichend, ist leicht und fein – ideal auch für empfindliche Haut. Bambusviskose kann im Winter zudem sehr gut als erste Schicht getragen werden, da nicht alle Kinder Wolle mögen.
Viele Eltern nutzen im Sommer gerne klassische Baumwollkleidung – von Bodies bis zu Baumwollfleecehosen. Zusätzlich können Traglinge mit einem UV-Schirm geschützt werden. Dieser spendet nicht nur Schatten, sondern sorgt auch für merklich kühlere Temperaturen darunter. Auch wir als Tragepersonen profitieren von geeigneter Kleidung und erleichtern uns und dem Kind so die Hitzetage. Ich persönlich mag Leinenkleidung sehr gerne. Denkt immer daran: Besonders an heissen Tagen funktioniert das Tragepaar wie eine kleine Klimaanlage – ihr kühlt euch gegenseitig über den Schweiss wieder ab
Quellen: Schulunterlagen ClauWi Trageschule Schweiz, Ein Baby will getragen sein, Evelin Kirkilionis, Why Babywearing Matters, Knowles Rosie, Eigene Lebenserfahrung und Recherche :)
